EVANGELISCHES Krankenhaus Oldenburg
 
 
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Nabelschnurblut: Spenden, Einlagern, was ist sinnvoll?

In den letzten Jahren wird viel von Nabelschnurblutspenden und von Stammzelltherapie geschrieben und geredet. Wir haben hier versucht, die wichtigsten Informationen für Sie zusammenzutragen und weitergehende Informationsquellen zu geben:

Stammzellen und Stammzellentherapie – Was ist das?
Jeder von uns hat Stammzellen – bei Erwachsenen vorwiegend im Knochenmark, bei Neugeborenen auch im Blut. Stammzellen haben die Fähigkeit, sich in verschiedene Gewebszellen zu entwickeln: Blutzellen, Gehirnzellen usw. Diese Stammzellen werden heute bereits eingesetzt, um Menschen mit Krebserkrankungen (besonders Leukämie) nach einer radikalen Chemotherapie den Neuaufbau ihres Blutzellsystems zu ermöglichen. Weitere Behandlungsmöglichkeiten werden zurzeit noch erforscht: „Nicht blutbildende adulte Stammzellen sind innerhalb einzelner Studien bereits mit Erfolg bei Lähmungen nach Wirbelsäulenverletzungen und bei Morbus Parkinson eingesetzt worden. Bei erfolgreichen klinischen Studien konnten Stammzellen aus dem Knochenmark Patienten nach Herzinfarkt oder bei Multipler Sklerose zu einer besseren Regeneration verhelfen.“(s. http://de.wikipedia.org/wiki/Stammzelle 21.1.2010).

Die Nabelschnurblutspende
Bislang werden die meisten Stammzellen aus dem Knochenmark Erwachsener gewonnen, was aber ausgedehnte Voruntersuchungen erfordert, um passende Spender zu finden. Sicher erinnern auch Sie entsprechende Aufrufe in der Presse. Die Gewinnung von Stammzellen aus Nabelschnurblut ist dagegen viel einfacher und die Stammzellen können sofort benutzt werden, wenn der entsprechende Typ gebraucht wird. Die Nabelschnurstammzellen sind obendrein frei von Viren sowie jung und teilungsfreudig und wachsen daher besser an, selbst wenn ihr Typ nicht hundertprozentig mit dem Empfängertyp übereinstimmt. Da die Entnahme des Nabelschnurbluts möglicherweise Leben retten kann und für Sie und Ihr Kind völlig gefahrlos ist, arbeiten wir mit 2 gemeinnützigen Organisationen, die Nabelschnurblut einlagern, zusammen:

  • Deutsche Knochenmarkspenderdatei - DKMS, Dresden:
    Weitere Infos im Internet oder bei uns im Kreißsaal, wo Sie auch Anmeldeformulare erhalten und abgeben können. Anmeldung und Spende sind kurzfristig möglich.

  • Norddeutsches Knochenmark- und Stammzellregister(NKR) in Hannover:
    Diese Einrichtung nimmt zur Zeit keine NS-Spenden an.

    Die Einlagerung von Nabelschnurblut für Ihr eigenes Kind Nun fragen Sie sich, ob es nicht gut ist, wenn man das Nabelschnurblut für sein eigenes Kind aufbewahrt, wie es von etlichen Firmen inzwischen auch angeboten wird. Hier wollen wir in Einklang mit den Fachgesellschaften der Frauenärzte und Hebammen vor zu hohen Erwartungen angesichts der relativ teuren Einlagerung warnen. Für die Behandlung von bösartigen Erkrankungen wie Blutkrebs(Leukämie) sind die eigenen Stammzellen aus dem Nabelschnurblut nicht geeignet, da sie dieselbe Veranlagung zur Entartung in sich tragen. Behandlungen von Erkrankungen wie Hirnverletzungen oder Diabetes mit eigenen Stammzellen (autologe Transfusion genannt) sind bislang rein experimentell und ein Nutzen muss abgewartet werden. Bislang sind bislang weltweit nur etwa 120 autologe Transfusionen durchgeführt worden. Ob die geringe Wahrscheinlichkeit des Einsatzes die Kosten von 1.200 – 3.000 € rechtfertigt, müssen Sie sorgfältig abwägen. Insgesamt wird dieses Angebot nur selten in Anspruch genommen. Eine Anmeldung über folgende Firmen, mit denen wir zusammenarbeiten, ist spätestens 3 bis 4 Wochen vor dem errechneten Termin notwendig:

  • Cryosave, Aachen mit Stammsitz in den Niederlanden
  • eticur, Martinsried bei München
  • Seracell, Rostock
  • Vita 34, Leipzig

    Einlagern und bei Bedarf spenden Neuerdings besteht das Angebot, das Nabelschnurblut seines Kindes einzulagern und bei Bedarf einem passenden Empfänger zur Verfügung zu stellen. Wenn das Blut zu einem getesteten Empfänger passt, werden Sie als Eltern natürlich um ihr Einverständnis gefragt und bekommen ihr Geld zurück. Allerdings raten wir Ihnen, bereits vorher zu überlegen, in welchen Gewissenskonflikt Sie sich begeben, wenn in einigen Jahren die Frage kommt: Soll das Blut für einen kranken Menschen weggespendet oder für eine mögliche Krankheit Ihres eigenen Kindes aufbewahrt werden? Von obigen Firmen bieten Eticur und Vita 34 diese Möglichkeit an.

    Wir hoffen, Ihnen mit diesen Informationen geholfen zu haben. Sollten Sie noch weitere Fragen zu diesem Thema haben, sprechen Sie uns gerne an! In jedem Fall wünschen wir Ihnen eine schöne Geburt eines gesunden Kindes.

    Im Namen des Geburtsteams im EV

    Dr. med. Augenstein
    Chefarzt

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  • Geburtshilfe

    Nabelschnurblutspenden und ihre Familien
    Link zum NWZ-Artikel s.unten
    NWZ-Bericht vom 20.4.2010