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Forschung
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Es wurden folgende Forschungsprojekte durchgeführt.
I. „Einsatz von Benzodiazepinen bei Atemnot bei fortgeschrittenen Erkrankungen“
Es soll die Frage geklärt werden, welche Evidenz es für die Wirksamkeit von Benzodiazepinen bei der Behandlung von Atemnot bei Patienten mit einer unheilbaren und fortgeschrittenen Erkrankung gibt. Hierzu wird ein Systematic Review nach den Kriterien der Cochrane Collaboration erstellt.
Atemnot gehört zu den häufigsten und bedrohlichen Beschwerden bei Patienten mit weit fortgeschrittenen Erkrankungen. Die wirksame und wissenschaftlich belegte Behandlung der Atemnot hat eine hohe praktische Relevanz. Sie ist die Grundlage für die bestmögliche Betreuung der schwerstkranken Patienten. In der medikamentösen Therapie sind Opioide (z.B. Morphin) und Benzodiazepine die Medikamente der Wahl. Für den Einsatz von Opioiden gibt es inzwischen eine relativ gute Evidenz. Benzodiazepine sind in der Therapie der Atemnot zwar weit verbreitet, der Nachweis ihrer Wirksamkeit fehlt aber noch.
Das Projekt findet in Kooperation mit dem Department of Palliative Care am King’s College, University of London statt (Professor Irene Higginson; Dr. med. Claudia Bausewein MSc). Das Projekt endet Ende 2008.
Verantwortlich: Dr. med. Steffen Simon
II. „Grundhaltung in der Palliativmedizin“
Mit Unterstützung des Niedersächsischen Sozialministeriums wird von der Universität Oldenburg (Arbeitseinheit Gesundheits- und Klinische Psychologie) und dem Palliativzentrum Oldenburg die Studie „Grundhaltungen in der Arbeit mit schwerstkranken und sterbenden PatientInnen“ durchgeführt.
Das Forschungsprojekt untersucht, was die Grundhaltung in diesem besonderen Arbeitsfeld ausmacht und welche Auswirkungen sie auf die professionell Tätigen hat. Auf diese Weise soll ein Beitrag zur qualitativen Verbesserung der Versorgung von Schwerstkranken und Sterbenden geleistet werden. Ziel ist es zudem, die Menschen zu fördern, die täglich in ihrem Arbeitsfeld in engem Kontakt mit schwerstkranken Menschen stehen. Zu diesem Zweck werden Menschen, die professionell und hauptamtlich mit kritisch kranken und sterbenden Menschen arbeiten, zu ihrer Lage und ihrer inneren Haltung in ihrem Arbeitsfeld befragt.
Die Pilotphase des Projekts wurde bereits abgeschlossen (10 Experteninterviews mit qualitativer Auswertung; eine Veröffentlichung dazu ist in Vorbereitung). Daran schließt sich nun die Haupterhebungsphase an, in deren Rahmen Daten von etwa 300 Personen im gesamten nordwestdeutschen Raum per Fragebogenverfahren erhoben werden sollen. Das Projekt endet Mitte 2008.
Verantwortlich: Dr. phil. Dipl.-Psych. Gerlinde Geiss, Dr. med. Steffen Simon, Prof. Dr. K. Dörner, PD Dr. habil. N. Krischke
III. „Palliativmedizin in der Rheumatologie“
Die beeindruckende Entwicklung in der Therapie entzündlich-rheumatologischer Erkrankungen, die zu einer deutlichen Verbesserung der Prognose und Reduktion der Mortalität geführt hat, darf nicht darüber hinweg täuschen, dass es auch weiterhin fulminante Krankheitsverläufe mit letalem Ausgang in der Rheumatologie gibt. Die Vaskulitiden, die Kollagenosen, die schweren Formen der Rheumatoiden Arthritis und die Entwicklung einer progredienten Lungenfibrose können zu einem „malignen“ Krankheitsverlauf führen, so dass die Patienten innerhalb kurzer Zeit versterben. Sie leiden in dieser Phase an einer Vielzahl belastender Symptome und sind in ihrem Allgemeinzustand und Lebensqualität stark eingeschränkt.
Auf der Basis einer Literaturanalyse und eigener Erfahrungen aus der Arbeit mit schwerstkranken Rheumapatienten soll erstmalig ein Überblick über Krankheitsbilder, Beschwerden, Verläufe und Bedürfnisse der Patienten und ihren Angehörigen erarbeitet werden.
Verantwortlich: Dr. med. Michael Schwarz-Eywill, Dr. med. Steffen Simon
Bisherige Publikationen:
- „Fulminanter Verlauf einer Takayasu-Arteriitis und seltener mesenterialer Gefäßbefall“, Simon S, Schittko G, Bösenberg K, Holl-Ulrich H, Schwarz-Eywill M, Z Rheumatol 2005, 65:520-526
- „Palliative Care in Rheumatic Disease – A first approach”, Simon S, Schwarz-Eywill M, Bausewein C (eingereicht)
IV. „Coping-Verfahren von Angehörigen auf einer Palliativstation”
Das Projekt wird als Fragebogenuntersuchung durchgeführt.
Ziel der Befragung ist es, zu erfahren, welche Coping-Strategien Angehörige von Palliativpatienten nutzen, um diese belastende Situation zu meistern. Hierfür werden Angehörige von Palliativpatienten auf einer Palliativstation befragt. Mit den Ergebnissen dieser Untersuchung soll das psychosoziale Angebot in der Begleitung der Angehörigen verbessert werden. Es nehmen 6 Palliativstationen in Deutschland teil. Das Projekt endet Ende 2007.
Verantwortlich: Cand.-Psych. Annette Preuß, Dr. phil. Dipl.-Psych. Gerlinde Geiss, Dr. med. Steffen Simon
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