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Bandscheibenprothesen
Bandscheibenprothesen werden zur Zeit für die Halswirbelsäule und die Lendenwirbelsäule angeboten. Sie stellen bei einer bestimmten Patientengruppe vermutlich eine Alternative zur Versteifungsoperation dar.
Bandscheibenprothesen sind eine relativ neue Entwicklung, es muss immer wieder betont werden, dass es keine Langzeitergebnisse gibt, so dass zum derzeitigen Zeitpunkt nicht sicher gesagt werden kann, ob Bandscheibenprothesen überhaupt einen Sinn machen. Die derzeit verfügbaren Prothesen können prinzipiell als sicher bezeichnet werden, wenngleich auch eine Weiterentwicklung der Prothesen zu erwarten ist.
Grundsätzlich wird eine Prothese dann empfohlen, wenn eine Bandscheibe so stark erkrankt ist, dass sie ersetzt werden muss. Die Standardtherapie stellt in diesem Fall die Versteifungsoperation (Spondylodese) dar. Mit dieser Operation hat man auch in der Vergangenheit gute Ergebnisse erzielt. Das eigentliche Problem einer solchen Spondylodese ist, dass die benachbarten Wirbelsäulensegmente verstärkt belastet werden, so dass hier der Verschließprozess verstärkt auftritt und bei vermutlich 10 – 15% aller Patienten innerhalb von ca. 8-10 Jahren eine weitere Operation erforderlich wird. Das soll durch eine Bandscheibenprothese vermieden werden, wobei dieser Effekt bisher allerdings nicht definitiv nachgewiesen werden kann. Die bisherige Datenlage liefert allerdings ausreichend Argumente, um mit strenger Indikation diese Operationen anzubieten.
Im Bereich der Lendenwirbelsäule implantieren wir durch einen ca. 5 cm. langen Hautschnitt am Unterbauch in minimal invasiver Technik eine Bandscheibenvollprothese, wobei es sich um eine reine Metallprothese handelt (Maverick® Prothese der Firma Medtronic Sofamor Danek). Es handelt sich um eine Chrom - Molybdän – Vanadium Legierung, aus der übrigens fast alle Prothesen, die zur Zeit auf dem Markt erhältlich sind, bestehen.
Bei entsprechender Indikationsstellung sind die Ergebnisse hervorragend, allerdings –wie oben betont- muss die Indikationsstellung sehr sorgfältig erfolgen, eine vorherige stationäre Abklärung in unserer Klinik ist obligatorisch.
Im Bereich der Halswirbelsäule implantieren wir die Bryan® Prothese, die über eine relativ aufwendige Operationstechnik ausgesprochen präzise implantiert werden kann. Die Ergebnisse auch für diese Prothese sind gut, aber gerade im Bereich der Halswirbelsäule ist höchste Vorsicht geboten, da es sich immerhin um Operationen handelt, die in der Nähe des Rückenmarks erfolgen, so dass wir auch hier die Indikation für die Implantation einer solchen Prothese ausgesprochen streng stellen.
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