EVANGELISCHES Krankenhaus Oldenburg
 
 
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Überblick rheumatologischer Erkrankungen

Rheumatoide Arthritis:
Die Rheumatoide Arthritis, auch chronische Polyarthritis genannt, stellt die häufigste entzündlich rheumatische Erkrankung dar. Obwohl diese Erkrankung bis heute nicht heilbar ist und einen sehr unterschiedlichen Verlauf nehmen kann, ist die Therapie sehr viel erfolgreicher geworden. Es stehen eine Vielzahl von Medikamenten zur Verfügung, die den Charakter dieser Erkrankung langfristig verändern. Diese Substanzen werden in unserem Sprachgebrauch als Basistherapeutika bezeichnet. Neben den seit Jahren etablierten Medikamenten arbeiten wir bei besonders schwer betroffenen Patienten auch mit neuen Substanzen, die als Antikörper bestimmte Entzündungsstoffe im Körper gezielt ausschalten. Die Physiotherapie mit allen Varianten einschließlich Handtherapie und Bewegungsbad komplettiert das Therapiekonzept.
  Ausführlichere Informationen zur rheumatoiden Arthritis (76 KB)

Kollagenosen:
Kollagenosen sind spezielle Autoimmunerkrankungen mit großer Variabilität in Erscheinung und Ausprägung. Zunächst ist eine exakte Diagnose wichtig, sowie die Festlegung des Aktivitätsgrades im Einzelfall. Die Therapie ist heutzutage weltweit standardisiert und orientiert sich an Erfahrungen, die über viele Jahre aus aller Welt zusammengetragen worden sind. Nach einer ausführlichen Aufklärung und Patientenschulung wird gemeinsam ein mittel- bis langfristig angelegtes Konzept erarbeitet mit der Zielsetzung einer guten Langzeitprognose und zufriedenstellender Lebensqualität.
  Ausführlichere Informationen zum Thema Kollagenosen (72 KB)

Vasculitiden:
Vasculitiden sind relativ seltene entzündliche Gefäßerkrankungen. Die Diagnose ist gerade im Frühstadium nicht immer einfach und erfordert Erfahrung und eine genaue spezielle Untersuchung. Unbehandelt ist der Verlauf meistens ungünstig. Inzwischen stehen jedoch sehr wirksame Medikamente zur Verfügung. Zusammen mit anderen Spezialkliniken haben wir Leitlinien für die Diagnostik und Therapie entwickelt.

Spondarthritiden:
Der Begriff der Spondarthritis ist für den Laien schwer zu verstehen, und auch schlecht ins Deutsche zu übersetzen. Bei den Spondarthritiden handelt es sich um eine Gruppe entzündlicher Rheumaerkrankungen, die vor einigen Jahrzehnten von der rheumatoiden Arthritis abgegrenzt wurde. Ein klassischer Vertreter ist die Erkrankung Morbus Bechterew, die schon sehr früh von erfahrenen Klinikern beschrieben wurde.
Die Erkrankungsgruppe der Spondarthritiden weist häufig entzündliche Veränderungen an der Wirbelsäule ebenso wie Entzündungen an den Gelenken auf. Es bestehen relativ gute Vorstellungen, wie diese Erkrankungen entstehen. In der Zwischenzeit stehen effektive Therapien zur Verfügung, um akut und langfristig die Entzündung zu unterdrücken. Neben medikamentösen Therapien spielt die krankengymnastische kontinuierliche Behandlung vielfach eine ganz entscheidende Rolle.

Psoriasisarthritis:
Es ist gar nicht so sehr bekannt, dass die Schuppenflechte Veränderungen sowohl an der Haut als auch an den Gelenken machen kann. Dabei gibt es Betroffene, bei denen „beide Organsysteme“ befallen sind. Bei anderen Patienten kommt es erst zur Ausbildung einer Schuppenflechte der Haut mit späterem Gelenkbefall. Sehr viel seltener ist der Gelenkbefall zuerst da, die Hautbeteiligung kommt dann später.
Genauso wie die Schuppenflechte der Haut einen sehr variablen Verlauf hat, und in Schüben Verschlechterungen und Verbesserungen zeigt, reagieren auch die entzündlichen Gelenkveränderungen. Medikamentöse Therapien sind daher darauf ausgerichtet, mittel- und langfristig Schäden an den Gelenken zu verhindern und die Mobilität zu erhalten. Es ist meistens ein „langer Atem“ erforderlich, um bei dieser Erkrankung Erfolg zu haben.

Andere entzündliche und nicht entzündliche Gelenk- und Wirbelsäulenerkrankungen:
Die Rheumatologie umfaßt selbstverständlich noch sehr viel mehr Erkrankungen, als in diesem Zusammenhang dargestellt werden können. Die degenerativen Gelenkveränderungen, die sogenannten Arthrosen, spielen eine sehr große Rolle. Diese Erkrankungen beruhen weniger auf Verschleiß oder verstärkte Abnutzung. Sie entstehen ähnlich wie entzündliche Rheumaerkrankungen auf dem Boden verschiedener Faktoren.
Stoffwechselerkrankungen sind ein großes Problem. Das liegt insbesondere daran, das sich viele Menschen nicht richtig, bzw. gesundheitsbewusst ernähren. Die Gicht ist zwar sehr viel seltener als früher vorhanden, spielt jedoch immer noch eine Rolle in der täglichen Praxis.
Der altersbedingte oder durch andere Faktoren hervorgerufene Knochenschwund (Osteoporose) ist heute sehr viel besser als früher zu diagnostizieren. Wir wissen heute über die Mechanismen die zur Osteoporose führen sehr gut Bescheid und können entsprechend sehr viel früher als in der Vergangenheit therapeutisch eingreifen. Die Behandlung setzt an verschiedenen Punkten an. Sie ist multifunktionell.
Wichtig ist die Gruppe der entzündlichen Muskelerkrankungen, wobei es sehr viele Untergruppen und Spezialformen gibt. Wir diagnostizieren und behandeln diese Erkrankungen sehr intensiv und gemeinsam mit den Kollegen der Neurologischen Klinik.

Fibromyalgie:
Die Fibromyalgie ist ein komplexes Krankheitsbild, das in der Zwischenzeit gut definiert werden konnte. Die Betroffenen klagen über ausgeprägte Gelenk- und Muskelschmerzen, und fühlen sich in Ihrer Leistungsfähigkeit beeinträchtigt. Nicht selten ist der Schlafrhythmus erheblich gestört. Beim Aufstehen berichten die Patienten, dass sie sich wie gerädert fühlen.
Die Diagnose wird durch ein Mosaik verschiedener Untersuchungsbefunde erhoben. Es gibt weder typische Laborergebnisse noch Röntgenuntersuchungen, an der man eine Fibromyalgie erkennen kann. Die Therapie der Erkrankung ist schwierig, und erfordert von allen Geduld und Optimismus. Die Therapiemöglichkeiten sind vielfältig und immer am Einzelfall auszurichten.

Fragen:
Über das Internet steht Ihnen eine große Auswahl an Informationsmöglichkeiten zur Verfügung.
Besonders empfehlenswert sind die Serviceseiten der Selbsthilfeorganisationen.
Die größten bundesweit organisierten Selbsthilfegruppen sind die Rheumaliga, die Lupus-Selbsthilfegruppe, der Verband Morbus Bechterew, die Sklerodermie-Selbsthilfegruppe.

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Rheumatoide Artritis



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