IRN-aktuellDigitale Technik beschert schnelleren DurchblickIm Evangelischen Krankenhaus setzen Detektoren Strahlen direkt in digitale Bilder um. Auch in die klassische Röntgendiagnostik hat die neue digitale Technik Einzug gehalten. Ähnlich digitaler Fotoapparate können mit Hilfe von Detektoren Röntgenstrahlen direkt in digitale Bilder umgesetzt werden.
Ein solches Röntgengerät steht uns seit Mitte Dezember zur Verfügung. Die digitale Aufnahmetechnik ist schneller und beschert den Patienten die Möglichkeit einer bis zu 50 Prozent reduzierten Strahlendosis, was vor allem bei Verlaufskontrollen von besonderer Bedeutung ist. Die Aufnahmen sind sehr klar und Wiederholungsaufnahmen wegen belichtungstechnischer Fehler weitgehend auszuschließen. Auf dem Computerbildschirm wird sofort kontrolliert, ob die digitale Aufnahme gelungen ist. Es können zum Beispiel Ausschnitte verändert, Vergrößerungen angefertigt und der Bildeindruck optimiert werden.
Dadurch, dass die digitalen Aufnahmen ohne Zwischenmedium geschossen werden, sind sie schneller verfügbar und somit eine raschere Therapieentscheidung möglich. Ein weiterer Vorteil besteht aber auch darin, dass die Daten gespeichert werden und mehrere Ärzte gleichzeitig ein und dasselbe Bild betrachten können. Dabei besteht die Möglichkeit, eine digitale Lupe einzusetzen, um sich einzelne Teile des Bildes genauer anzusehen.
Dieses Gerät ist zur Zeit in Oldenburg einzigartig, doch nach und nach wird man die alte Röntgentechnologie durch diese neue digitale Technik ersetzen. Laut Herstellerangaben sind derzeit weltweit rund 25 Geräte dieses Typs im Einsatz.
Schnellster Computertomograph geht am Evangelischen Krankenhaus in Betrieb
16-Zeilen-CT ermöglicht sogar Untersuchungen des schlagenden Herzens
Das als derzeit schnellstes verfügbares CT-Gerät geltende “Somatom Sensation Cardiac” der Firma Siemens wurde Anfang Mai 2004 im Institut für Radiologie und Neuroradiologie des Evangelischen Krankenhauses in Betrieb genommen. Bei der Computertomographie werden schichtweise Röntgenaufnahmen eines Patienten durchgeführt, wobei das Aufnahmegerät um den Körper rotiert. Während man früher für die Abbildung eines beliebigen Körperabschnittes jeweils mehrere Minuten benötigte, erledigt das neue Gerät diese Aufgaben in der Regel in weniger als 15 Sekunden. Damit wird die CT-Diagnostik besonders für alte und schwerkranke Patienten wesentlich einfacher. Ermöglicht wird diese beispiellose Geschwindigkeit durch eine Leistung von 0,37 Sekunden pro Rotation, so daß in einer Sekunde bis zu 43 Schnittbilder mit einer Bildauflösung von max. 0.5 mm erstellt werden können. Dabei wird die abgegebene Röntgendosis während des Untersuchungsvorganges automatisch an die untersuchte Körperregion angepaßt. Dieses Vorgehen ermöglicht eine deutliche Dosisreduktion und führt zu optimaler Bildqualität bei niedrigst möglicher Strahlenexposition. Die diagnostisch wichtigen Informationen der bei den Untersuchungen anfallenden Bilddaten können vom Computer direkt dreidimensional in den verschiedenen Bildebenen zur Verfügung gestellt werden, was eine schnellere Diagnose auch bei schwierigen anatomischen Verhältnissen erlaubt. Kürzere Untersuchungszeiten mit möglicher Erfassung größerer Körperabschnitte sind z.B. für Schwerverletzte und Notfallpatienten ein bedeutender Fortschritt. In Verbindung mit der verbesserten Bildauflösung, die dem Arzt die Auswertung dreidimensionaler Darstellungen möglich macht , eröffnet die neue CT-Technik auch neue Anwendungsbereiche wie z.B. die virtuelle Endoskopie (Spiegelung) von Mittelohr, Bronchialsystem oder Dickdarm und eine weitreichende Gefäßdiagnostik. Durch eine spezielle Softwarelösung ermöglicht das neue Gerät sogar die dreidimensionale Abbildung des schlagenden Herzens mit Beurteilung der Herzkranzgefäße ohne Herzkatheter.
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